Arten-Oase in der Weinbergslandschaft

Das Weingut Mohr-Gutting erzeugt für VIVASPHERA den Weißwein Cabernet Blanc, mit dem Namen PHOENICUR. Der Hausrotschwanz ist die Patenart zu diesem Weißwein und wurde im vergangenen Jahr brütend an einem Gartenhäuschen auf einem alten Obstbaumstück direkt neben den Cabernet Blanc-Flächen festgestellt. VIVASPHERA hat mit der Erzeugerfamilie Mohr-Gutting ein Konzept erarbeitet, um das Häuschen sowie das umgebende Gartengrundstück mit alten Kirschbäumen für den Hausrotschwanz und andere Arten aufzuwerten. In der ansonsten nur von Weinflächen geprägten Landschaft ist das Grundstück eine Oase und Rückzugsort für verschiedene Arten. Diese Funktion soll weiter ausgebaut werden.

Der Anfang für das (G)Artenhaus wurde im Februar mit dem Anbringen von drei Nisthilfen für Hausrotschwanz und Meisen gemacht. Im April folgte die Ansaat eines Blühstreifens, dessen Blüten reichhaltige Nahrung für Insekten bieten soll. Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind wiederum Nahrung für Vogelarten wie den Hausrotschwanz.

Familie Gutting wirkt bei der Gestaltung mit und freut sich über die Resultate.

In einer Aktion Anfang Mai 2017 hat Familie Gutting gemeinsam mit Ulfert Saathoff, VIVASPHERA-Mitarbeiter für Artenschutz sowie Fabian Bindrich von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. (GNOR) einen kleinen Lebensturm an dem Häuschen errichtet. Dieses aus hofeigenen Materialien gebaute „vertikale Biotop“ besteht im unteren Bereich aus Steinen, als Ruhe- und Versteckbereich für Eidechsen, in den oberen Schichten aus verschiedenen Strukturen, die als Wohnraum für Insekten dienen sollen. Die GNOR stellte zusätzlich einen Fledermauskasten zur Verfügung, der am Haus angebracht wurde. Weiterhin wird an der Südseite des Gebäudes eine Bruchsteinmauer aufgeschichtet, welche Rückzugsmöglichkeiten z.B. für Eidechsen bietet. Auf der schattigeren und kühleren Seite des Gebäudes wird ein Feuchtbereich geschaffen, der vom Regenwasser des Daches gespeist wird. Auf dem vorderen Teil des Grundstückes soll ein weiterer, größerer Lebensturm gebaut werden.

Die praktische Arbeit für den Artenschutz wurde durch eine seltene Artensichtung belohnt: Ein Ortolan (Gartenammer) konnte auf den Kirschbäumen und in der angrenzenden Cabernet Blanc-Fläche beobachtet werden. Von dieser in der Pfalz sehr selten vorkommenden Art gibt es in Deutschland nur noch wenige tausend Brutpaare.

Der Ortolan, eine seltene Sichtung in der Pfalz. Foto: Michael Sveikutis bei Flickr, CC BY-ND 2.0

Skizze des Kirschbaum-Grundstückes an den Rebflächen des Cabernet blanc PHOENICUR

 

Von | 2017-11-03T16:23:31+00:00 Donnerstag, 11.05.2017|Neues aus der Biosphäre|

Über den Autor:

Ulfert Saathoff
Ulfert Saathoff (M. Sc.), Naturschutz/Monitoring