Artenschwund in der Agrarlandschaft – BfN-Report zeigt alarmierende Entwicklung

Artenschwund in der Agrarlandschaft – BfN-Report zeigt alarmierende Entwicklung

Ein jüngst veröffentlichter Report des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beleuchtet die aktuellen Erkenntnisse zur Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und zeigt Ursachen und Handlungsbedarf auf. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung:

Ackerwildkräuter

Bunt blühende Äcker gehören heute der Seltenheit an. Der Bericht zeigt auf, dass von den etwa 270 in Deutschland heimischen Ackerwildkrautarten heute mehr als ein Drittel als gefährdet eingestuft ist. Die Anzahl der Arten nahm seit Mitte des 20. Jhd. um 23% ab. Besonders im Inneren der Felder liegt der Rückgang bei bis zu 99 Prozent. Auf den wenigsten Äckern lassen sich heute im Feldinneren mehr als fünf bis sieben Ackerwildkrautarten finden.

Brutvögel

Bei den Brutvögeln in Deutschland sind es die Offenlandarten und damit die Arten der Agrarlandschaft, welche die größten Bestandsrückgänge aufweisen. Der BfN-Report verweist auf zahlreiche Quellen, die den Verlust von etwa 50% der Vogelarten im Offenland seit 1980 belegen. Arten wie Grauammer, Wiesenpieper und Bluthänfling gehören zu einer langen Riege mit einer deutlich negativen Bestandsentwicklung. Mit unseren Produkte haben wir bereits eine „Patenschaft“ für diese drei Arten übernommen und setzen uns für deren Schutz ein.

Gleiches gilt für die Goldammer, welche gemeinsam mit der Feldlerche zu den großen Verlierern, mit seit langem stetig sinkenden Beständen, zählt. Andere Arten, wie das Braunkehlchen, sind nach einem langen Sinkflug mit ihren Bestandszahlen bereits auf einem erschreckend niedrigem Niveau angelangt. Trauriger Spitzenreiter ist das Rebhuhn, welches seit den 80er Jahren einem Bestandsverlust von 94% erleiden musste.

Abnahme der Bestände von Vogelarten der Agrarlandschaft 1980 zu 2010. Bestandsangabe in Anzahl Vögel (Mio). Quelle: DRÖSCHMEISTER et al. (2012)

Weiterhin besonders kritisch ist die Situation bei typischen Grünlandvögeln, wie den Limikolen (Watvögeln) Uferschnepfe, Bekassine und Kampfläufer. Deren häufig auf dem Boden gebauten Nester werden schnell ein Opfer von landwirtschaftlichen Großgeräten.

Ursachen

Insgesamt führt der Report des BfN den Rückgang der Arten vor allem auf die intensive Landwirtschaft zurück. Mit dieser einher gehen der Verlust von Ackerbrachen und Grünland, Randstreifen an den Feldern und Kulturvielfalt. Weiterer kritischer Faktor ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, wodurch entlang der Nahrungskette eine Vielzahl von Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten geschädigt werden.

Vielen bereits bekannt, stellt der BfN-Agrar-Report noch einmal dar, dass die aktuelle Agrarpolitik – trotz entsprechend formulierter Zielvorgaben – keinen nennenswerten Beitrag zum besseren Schutz der Artenvielfalt leistet. Es wird daher zum wiederholten Mal empfohlen, größere Anreize für die naturverträgliche Bewirtschaftung zu schaffen.

Wir von VIVASPHERA können dies nur bekräftigen. Für Landwirte muss das naturverträgliche Wirtschaften lohnenswerter und reizvoller sein. Um dies zu erreichen, ist eine ökologische Agrar- und Ernährungswende zwingend notwendig! Solange diese auf sich warten lässt, ist u.a. das VIVASPHERA-Konzept – Mit Genuss Arten schützen! – eine Möglichkeit, um die Artenvielfalt in unseren Agrarlandschaften zu fördern.

Den vollständigen BfN-Agrar-Report 2017 finden Sie auf der Webseite des BfN.

 

Von | 2017-08-09T12:29:58+00:00 Mittwoch, 09.08.2017|Arten-Infos|

Über den Autor:

Ulfert Saathoff
Ulfert Saathoff (M. Sc.), Naturschutz/Monitoring